16.6.2018
Leon nach Villar de Mazarife - 24. Etappe und 20. Tag (T + 24h)

Das war leicht heute!
Mehr dazu später, jetzt ist erstmal Dinner.


Heute morgen gab es Frühstück für lau im Kloster. Körbe mit Baguettescheiben und Gläser mit Marmelade sowie Kaffee und Milch aus großen Blechkannen. Ca. 20 Menschen in der kleinen Küche. Ich setze mich dazu und esse drei Scheiben Brot mit Erdbeermarmelade und trinke einen selbstgemixten Milchkaffee. Einfach aber gut. Das erste Frühstück seit zwei Wochen. Ich fühle mich stark, gesund und unbesiegbar. Noch. Es wird eine Spende erbeten für das Frühstück und da ich in meiner Tasche nur noch eine einzige Münze habe, werfe ich die verstohlen in die Kiste und bin fast sicher, dass es maximal 20ct waren.
Es ist wie immer kühl aber heiter. Es verspricht ein heißer Tag zu werden. 22km stehen an und ich verlasse das Kloster um zwanzig vor acht. Ich schlendere durch die Stadt den gelben Pfeilen folgend, die mich zunächst zur Kathedrale bringen. Dann raus aus der Stadt. Es dauert 1,5 Stunden, bis ich endlich aus dem großen Leon heraus bin und auch schon das nächste Dorf erreiche. Aber ich habe weder Hunger noch Durst und auch genügend bei mir, so dass ich einfach weitergehe. Irgendwann beginnen die Füße zu schmerzen und es wird heiß. Ich stelle fest, dass es bereits nach elf Uhr ist und ich in Kürze Abajo erreiche, was nur noch 4km vom Tagesziel entfernt ist. In der dortigen Bar mache ich halt und bestelle mir ein Bier bei einer extrem rassigen Spanierin. Geschätzt dreißig Jahre alt, wild und temperamentvoll, sehr hüpsch und obwohl nur in Jeans und einfacher Bluse gekleidet (mit durchschimmerndem schwarzen BH) sehr sexy. Sie hat ein bezauberndes Lächeln und obwohl ich vermutlich eher ein trauriges Bild abgebe, lächelt sie mich an. Zu meinem Bier bekommen ich eine kleine Schale mit 5 Pommes und 2 Wurststücken wie von einer Currywurst dazu. Ich lese etwas im meinem Buch und entspanne mich auf der großzügien Terrasse. Vereinzelt treffen Pilger ein, trinken etwas und gehen wieder. Leben kann die davon nicht. Ich gehe rein und bestelle ein zweites Bier. Es ist eine Mischung aus: Ich möchte noch ein Bier und ich möchte noch einmal so angelächelt werden. Sie lächelt wieder und gibt mir eine zweite kleine Schale dazu. Noch vier Bier und ich habe das Abendessen quasi incl.... Ich muß an Sandra denken und wie mir ihre Umarmungen fehlen. Sie hat auch dieses Feuer in sich insbesondere, wenn sie ein bischen zurecht gemacht und in einem Kleid oder Rock daherkommt. Sie versteckt es und ist ein bischen scheu, aber ich kann es sehen. Und so träume ich ein bisschen von zu Hause während ich mit geschlossenen Augen auf der Veranda der Bar im Schatten sitze.
Morgen sind es nach meinen Plan nur 14km. Wenn es also normal läuft, dann bin ich Morgen schon vor 11 Uhr am Tagesziel. Nach meiner jetzigen Vorstellung kehre ich dann irgendwo ein und esse etwas. Nach ein bis zwei Stunden Pause mache ich mich wieder auf und gehe noch rund 10km von der nächsten Etappe. Sonst weiß ich mit dem Tag níchts anzufangen.

In Villar de Mazarife angekommen checke ich in einer Herberge mir Bar ein und bestelle Dinner. Dinner ist um 19:00 Uhr und ich sitze an einem kleinen Tisch zusammen mit einer Dame aus Nordirland. Sie hat drei Kinder und ein Sohn von ihr lebt mit der Familie in Meerbusch. Wir reden viel und über alles mögliche. Das Dinner war mit 12,- teuer aber gut. Es gab Paella als ersten Gang (mit kleinen Nudeln statt Reis) und dann Fisch und Kartoffelscheiben. Als Nachtisch Honigmelone. Dazu Wasser und eine Flasche Wein. Da die Irin nicht viel Wein getrunken hat, habe ich den Rest nachher mit in den Pausenraum genommen und beim Schreiben ausgesuppelt.



Störche, egal wo ich hinkomme.
Das Klappern der Schnäbel und die majestätichen Nester auf den Dächern.
Das ist mit Worten und ein paar Bildern gar nicht zu beschreiben.
Toll!
Auch wenn sie sich erheben und dahingleiten mit wenigen Flügelschlägen.
Da möchte ich gerne Nils Holgerson sein.


Issers oder issers nich?
In einer Bar entdecke ich mich auf einem Foto an der Wand.
Es ist, als war ich schon mal hier!